vor allem Errichtung und Abwicklung von Kaufverträgen über Grundstücke, Eigentumswohnungen und andere Liegenschaften.

Beim Verkauf etwa einer Liegenschaft oder eines Autos ist in der Regel ein schriftlicher Kaufvertrag auch deshalb erforderlich, weil im Fall des Liegenschaftsverkaufs dem Grundbuchsgericht ein schriftlicher Kaufvertrag (samt notariell beglaubigten Unterschriften) vorgelegt werden muss und im Fall des Autokaufs der schriftliche Kaufvertrag zur Anmeldung notwendig ist. Mit diesem Kaufvertrag beschreiben die Vertragsparteien vor allem den Gegenstand des Vertrags und legen darüber hinaus die jeweiligen Rechte und Pflichten verbindlich fest. Je wertvoller die mit dem Kaufvertrag zu übertragende Sache ist, desto mehr Bedeutung kommt der Vertragsgestaltung zu, da der Kaufvertrag die Grundlage für einen in der Folge auftretenden Rechtsstreit darstellt. In einer unbedachten Ausformulierung des Kaufvertrags liegen demnach große Gefahren.


Zuerst muss zweifelsfrei feststehen, was genau der Gegenstand des Kaufvertrags ist. Es ist ein Unterschied, ob ein nahezu fabriksneues Fahrzeug oder ein Fahrzeug verkauft wird, an dem Mängel bestehen. Die Beschreibung des Kaufgegenstands (sogenannte „Leistungsbeschreibung") hat auch große Auswirkungen darauf, was als Mangel anzusehen ist und hat daher für Gewährleistung und Schadenersatz große Bedeutung.


Überdies ist vor allem der Umfang von Gewährleistung und Schadenersatz gesondert und mit Bedacht zu regeln. Zwar wird kein Verkäufer auf die Idee kommen, in den Kaufvertrag „Ich hafte für sämtliche Mängel und Schäden" zu schreiben, doch erreicht er genau dies, wenn er – sofern dies rechtlich möglich ist – seine Gewährleistung nicht ausschließt und seine Schadenersatzpflicht nicht begrenzt. Beim Ausschluss bzw. der Begrenzung von sogenannten Leistungsstörungsrechten (wie Gewährleistung und Schadenersatz) ist zum einen die höchstgerichtliche Judikatur zu beachten. Diese ist ständig im Fluss. Zum anderen ist der gesamte Kaufvertrag an das jeweilige Geschäft genau anzupassen. Der Vertragsgestalter muss sämtliche zukünftige Konfliktpunkte vorhersehen und regeln. Er muss wissen, welche gesetzlichen Regeln jedenfalls gelten (egal was im Vertrag steht), welche er zum Teil und in welchem Ausmaß durch den Vertrag ausschließen kann und welches Gesetzesrecht zur Anwendung kommt, wenn er im Vertrag keine diesbezüglichen Regelungen trifft. In aller Regel wird bei der Übertragung von Liegenschaften zum Beispiel die Gewährleistung so gestaltet, dass einerseits punktuell beschrieben wird, wofür der Verkäufer haftet. Andererseits wird vereinbart, dass der Verkäufer für alles darüber Hinausgehende nicht haftet. Der Vertragserrichter muss also gründlich abwägen, wo Gefahren drohen. Alles in allem ist die sorgsame Vertragserrichtung sehr aufwändig und zeitintensiv. Dieser Aufwand lohnt jedoch jedenfalls, da bei eindeutig und rechtssicher verfassten Verträgen der
Vertragspartner (und spätere Gegner) gar nicht auf die Idee kommt, ungerechtfertigte Ansprüche zu
stellen, weil er weiß, dass er vor Gericht niemals Recht bekommen würde.


Verwendet man Vertragsmuster (z. B. aus dem Internet), so sind diese in jedem Fall anzupassen. Passt man allerdings den Mustertext an das Geschäft, für welches man den Mustertext verwenden möchte, genau an, bleibt vom Mustertext nicht viel übrig! Unterlässt man die notwendigen Anpassungen, läuft man bei Streitigkeiten aus dem Vertrag ins offene Messer und liefert sich – ohne es zu wissen – dem Vertragspartner vollkommen aus!


Zumindest sollte man einen Vertragstext, den man für ein bevorstehendes Geschäft verwenden möchte, von einem Rechtsanwalt vor dem Abschluss des Geschäfts prüfen lassen. Die Prüfung eines schon bestehenden Textes erfordert naturgemäß weniger Zeit als die Vertragserrichtung und ist daher entsprechend billiger. Nach der Prüfung kann der Rechtsanwalt seinem Mandant zumindest mitteilen, welche Punkte gefährlich und daher jedenfalls zu ändern sind. Es liegt in weiterer Folge an der Risikobereitschaft des Mandanten, ob er den Vertragstext unverändert für das Geschäft (dennoch) verwenden will oder ob er seinen Rechtsanwalt mit der Korrektur des Textes beauftragt.